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Keng Kichen vun der Stang!

 

Viele halten sich täglich mehr als drei Stunden in der Küche auf. Dabei geht es längst nicht mehr nur ums Kochen. Die Käufer verlangen Komfort, Design – und irre Hightech-Funktionen.

Technik und Ergonomie bestimmen die neuen Trends in der Küche

In modernen Küchenstudios geht es neuerdings zu wie in einem "Harry Potter"-Film. Man stellt sich beispielsweise vor einen glatten, weißen Hochschrank ohne Griffe und klopft zwei Mal dagegen. Im Inneren klickt und summt es, und unmittelbar gleitet, wie von Zauberhand geschoben, das gesamte Regal heraus. Auch in der Spüle scheint es zu spuken: Es genügt eine entschlossene Geste mit dem Unterarm, und schon läuft das Wasser aus dem Hahn.

Spätestens an der Kochinsel wird allerdings offenbar, dass hinter allem nur feine Antriebstechnik steckt. Zwei Sensorschalter sind gut sichtbar angebracht und sorgen bei Betätigung dafür, dass sich das gesamte Möbelstück inklusive Kochplatte sanft hoch- und herunterfährt. So soll die ideale Arbeitshöhe erreicht werden, und die liegt für jede Tätigkeit etwa 15 Zentimeter unterhalb der Ellenbogenhöhe.

Und auf diese Zentimeter kommt es an. Jedenfalls, wenn es nach den Herstellern geht. Sie haben eine neue Zielgruppe entdeckt: Menschen, die es noch bequemer haben möchten, Ehepartner, die unterschiedlich groß sind und mit der Höhe ihrer Arbeitsplatten hadern. Kochfans jenseits der 70, die sich mit Rückenproblemen plagen. Und Männer, die einfach Technik mögen. Sie alle sollen künftig die "bewegte Küche" benutzen – dynamische Arbeitselemente, clevere Bewegungsmechanismen und die Integration von Technologie.

"Funktion ist derzeit ein großer Trend", sagt Kirk Mangels, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK). Dabei geht es nicht nur um höhenverstellbare Arbeitsplatten und Küchenblöcke. Spezialisierte Mittelständler wie Kesseböhmer im schwäbischen Weilheim haben bisher vor allem Motoren für Büromöbel hergestellt. Jetzt entdecken sie das Hochregal oder den Apothekerschrank in der Küche. Schwere Unterschränke lassen sich jetzt durch Klopfen oder Aktivierung von Sensoren in Fußhöhe öffnen.

Auch an der Spüle ändert sich was. Künftig müssen Köche den heißen Topf nicht mehr abstellen, um den Wasserhahn zu öffnen, sondern aktivieren mit einer Bewegung des Ellenbogens einen Sensor an der Armatur – und schon fließt das Wasser. Technische Raffinessen gab es bisher in erster Linie im Wohnzimmer. Doch spätestens seit auch Männer begeistert kochen, ändert sich das.

Die Schranksysteme integrieren sich fast unsichtbar in die Wand

Viele sind länger als drei Stunden täglich in der Küche

Ohnehin haben die Menschen eine ganz besondere Beziehung zur Küche. Umfragen zufolge ist sie für jeden dritten Verbraucher der beliebteste Raum in den eigenen vier Wänden, obwohl die durchschnittliche Küchenfläche in deutschen Wohnungen gerade einmal 13 Quadratmeter beträgt. Eine Befragung von weltweit 100.000 Nutzern des Online-Einrichtungsportals Houzz ergab dennoch: 42 Prozent der Deutschen halten sich länger als drei Stunden täglich in der Küche auf.

Nur Italiener und Iren verbringen dort noch mehr Zeit. Geht es ans Renovieren, gibt die überwiegende Mehrheit der Deutschen Beträge zwischen 10.000 und 25.000 Euro aus, Tendenz steigend. Es gibt also etwas zu verdienen. "In einer Küche wird längst nicht mehr nur gekocht, sie ist vielmehr ein Wohn- und Lebensraum", sagt AMK-Geschäftsführer Mangels. Entsprechend wichtig sei mittlerweile auch die repräsentative Funktion. "Die Küche ist Statussymbol geworden." Und das gilt nicht nur für die in Neubauten längst zum Standard gewordene Wohnküche.

Auch in Wohnungen klassischen Zuschnitts wird das bekannte U-förmige Layout der Küchenmöbel oft zur L-Variante. Ein kleiner Tisch und zwei Mini-Stühle dazu, und schon ist zusätzlicher Lebensraum gewonnen. Nun gilt es, die Arbeitsflächen für die gesamte Familie auf die richtige Höhe zu bringen.

Im Laden eines modernen Küchenausstatters geht es heute deshalb nicht mehr nur um Farben, Formen und Griffe. Es wird auch Maß genommen. "Die Küche wird an die Ellenbogenhöhe ihrer Nutzer angepasst", beschreibt AMK-Vertreter Mangels. Die ideale Höhe – 15 Zentimeter unterhalb der Ellenbogenhöhe – haben Arbeitswissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt ermittelt.

Da heute jedoch Männer und Frauen in der Küche stehen, sind heb- und senkbare Arbeitsflächen gewissermaßen unausweichlich. Eine 170 Zentimeter große Köchin sollte normalerweise an einer 95 Zentimeter hohen Arbeitsplatte stehen. Ihr 190 Zentimeter großer Ehemann benötigt 106 Zentimeter Höhe zum Möhrenschnippeln, wenn er seine Bandscheibe nicht unnötig belasten will.

"Komfort und Gesundheit sind heute Megatrends"

Wer es ernst meint mit der Ergonomie, wird nicht mehr wie früher eine durchgehend identische Arbeitshöhe nehmen. Es wird abgestuft. Der Unterschrank mit der Spüle ist dabei am höchsten, denn als eigentliche Arbeitsfläche gilt hier der Boden des Spülbeckens.

Positiver Nebeneffekt: Es entsteht mehr Patz für die Multi-Müllschublade darunter – die man natürlich nicht mehr mit nassen Fingern öffnet, sondern mittels eines Fußsensors. Der Herd ist mittelhoch, hier zählt die Oberkante von Töpfen und Pfannen als Arbeitsniveau. Und die normale Arbeitsplatte zum Schneiden und Schälen liegt am höchsten. Mittels klarer Farbgestaltung der Stufenküche entsteht sogar ein abwechslungsreicher optischer Gesamteindruck.

Der Hersteller Sachsenküchen zum Beispiel ist sehr aktiv bei diesem Thema. "Ergomatic" heißt das Sockelsystem des Mittelständlers, mit dem auf Knopfdruck die Arbeitshöhe eines Küchenblocks oder einer Arbeitsplatte um bis zu 20 Zentimeter verändert werden kann. "Damit findet jede Person zwischen 1,60 und zwei Metern die jeweils optimale Arbeitshöhe", beschreibt Geschäftsführer Elko Beeg. "Komfort und Gesundheit sind heute Megatrends", sagt Beeg.

 

 

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